Sojamilch
Ideal für: Ausgewogene Ernährung
Mit etwa 8 g Protein pro Tasse kann Sojamilch in puncto Protein mit Kuhmilch mithalten. Und obwohl ihr Gesamtfettgehalt ähnlich dem von 2%iger Milch (normalerweise 4–5 g pro Tasse) ist, enthält Soja deutlich weniger ungesunde, gesättigte Fettsäuren. Insgesamt ist sie eine ernährungsphysiologisch ausgewogene Option.
Der Nachteil: Geschmack
Sojamilch wird aus Sojabohnen hergestellt und schmeckt in ihrem natürlichen Zustand … etwas nach Soja. Zuckerzusatz hilft, ebenso wie Aromen wie Vanille – deshalb enthalten die meisten Sojamilchprodukte aus dem Supermarkt viele Zusatzstoffe. Soja ist außerdem ein bekanntes Allergen und daher nicht für jeden geeignet.
Umweltvorteile:
Im Vergleich zu Kuhmilch verursacht Sojamilch weniger als ein Drittel der Emissionen pro Liter und benötigt weniger Wasser als Kuh- oder Mandelmilch. Die Zerstörung von Regenwald für Sojaplantagen ist ein großes Umweltproblem. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass 85 % der weltweiten Sojaproduktion zu Öl und Tierfutter verarbeitet werden (ein Großteil davon für die Milchindustrie), während nur ein geringer Anteil für Sojamilch verwendet wird.
Mandelmilch
Ideal für: Geschmack, wenige Kalorien
Mit ihrer natürlichen, nussigen Süße ist Mandelmilch für viele die perfekte Ergänzung zu Frühstückscerealien und superfood smoothies. Eine kurze Umfrage in der kencko-Zentrale ergab, dass Mandelmilch mit Abstand unser beliebtester superfood smoothie-Mixer. Außerdem ist sie kalorienärmer als Soja-, Milch- und viele Hafermilchsorten.
Der Nachteil: Was ist drin?
Wenn Sie die Zutatenliste von Mandelmilch bekannter Marken überprüfen, werden Sie wahrscheinlich nicht viele Mandeln finden. (Menschen mit einer Baumnussallergie sollten sie natürlich meiden!) Wenn Sie die Vorzüge natürlicher Nüsse ohne Zusatzstoffe genießen möchten, suchen Sie nach minimal verarbeiteten Produkten, die nur auf Mandeln und Wasser basieren – oder stellen Sie Ihre Mandelmilch selbst her. Ob selbstgemacht oder gekauft, Hafermilch ist im Vergleich zu Soja- oder Kuhmilch immer noch eine relativ proteinrme Option und etwa so proteinreich wie Hafermilch.
Umweltvorteile:
Ein Pluspunkt für Mandeln ist, dass sie weniger CO₂-Emissionen verursachen als Hafer oder Soja. Allerdings sind sie eine unglaublich durstige Pflanze: Eine einzige kalifornische Mandel (ja, Sie haben richtig gelesen – eine einzige Nuss) verbraucht während ihres Wachstums bis zu 11 Liter Wasser!
Hafermilch
Ideal für: Heißgetränke & Kochen
Wenn es ums Aufschäumen und Erhitzen geht, ist Hafermilch Kuhmilch zum Verwechseln ähnlich – und daher die erste Wahl für Baristas. Sie enthält außerdem etwa doppelt so viele Ballaststoffe wie Mandelmilch, darunter herzgesunde Beta-Glucane.
Der Nachteil: hoher Gehalt an natürlichem Zucker
Der Zuckergehalt in ungesüßter Hafermilch ist deutlich höher als selbst in gesüßter Mandel- und Sojamilch. Obwohl es sich um natürlich vorkommenden Zucker handelt, hat Hafermilch dennoch einen glykämischen Index von etwa 70 – mindestens doppelt so hoch wie Soja-, Mandel- oder Kuhmilch. Proteintechnisch ist Hafermilch vergleichbar mit hochwertiger Mandelmilch, liegt aber deutlich unter Soja- oder Kuhmilch.
Umweltverträglichkeit
Bezüglich der Emissionen liegt Hafermilch im Mittelfeld der pflanzlichen Alternativen: Sie ist kohlenstoffintensiver als Mandelmilch, aber kohlenstoffärmer als Sojamilch. Ihr Vorteil liegt im Wasserverbrauch. Hafer benötigt nur einen Bruchteil des Wassers, das für die meisten anderen pflanzlichen Milchalternativen benötigt wird.
Weitere Optionen
Kokosmilch:Ein leckeres Getränk mit geringer Umweltbelastung. Der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren könnte jedoch für manche ein Warnsignal sein: Reismilch eignet sich daher eher für gelegentlichen als für den täglichen Gebrauch.
Reismilch:Von allen pflanzlichen Milchalternativen hat Reismilch die geringsten Umweltvorteile, obwohl ihre Umweltbelastung immer noch geringer ist als die von Milchprodukten. Sie ist außerdem proteinrm und benötigt Zusatzstoffe, um das Mundgefühl von „echter“ Milch nachzuahmen. Positiv ist jedoch, dass sie die beste hypoallergene Option ist.
Hanfmilch:Hanfmilch ist ein neuer Trend und enthält mehr Protein als Mandelmilch und weniger Zucker als Hafermilch. Wie Hafermilch trennt sie sich in heißen Getränken nicht. Es ist jedoch ein Geschmack, an den man sich erst gewöhnen muss; er wird oft als „erdig“ und „kreidig“ beschrieben – die meisten werden sich für eine aromatisierte/gesüßte Variante entscheiden.
Erbsenmilch:Erbsenmilch ist eine weitere relativ neue pflanzliche Milchalternative. Sie weist ein ähnliches Nährwertprofil wie Sojamilch auf, ist aber umweltfreundlicher. Viele Sorten enthalten zugesetzte Aromen und Süßstoffe, um den Geschmack zu verändern. Überprüfen Sie daher das Etikett, wenn Sie so etwas vermeiden möchten.

Weiterführende Literatur/Referenzen
Science Magazin, 2018: Reduzierung Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Produzenten und Konsumenten